Zuflucht &
Erinnerung
Unter dem Hamburger Michel erstreckt sich eine verborgene Welt. Die Krypta ist die Welt der Verstorbenen und ein Zufluchtsort für die Lebenden. Mehr als 2000 Menschen wurden unter den verzierten Bodenplatten bestattet. Doch die Michel-Krypta erinnert ebenso an das Leben. In den Bombennächten 1943 fanden viele Hamburger hier – bei den Toten – Zuflucht. Heutzutage beherbergt sie mehrere Ausstellungen und dient als Kirche unter der Kirche; inklusive Altar aus Sandstein und der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Orgel.
Erinnerungsort
Unter den großen Steinplatten mit ihren Inschriften befinden sich bis heute tatsächlich Gräber. Beisetzungen direkt in der Kirche waren früher nichts Ungewöhnliches. Wer sich hier begraben lassen wollte, musste dafür bezahlen und finanzierte so den Kirchenbau von 1751 – 1768.
GRAB VON Ernst Georg Sonnin
Die Idee zur Finanzierung des Kirchenbaus hatte Architekt und Ingenieur Ernst Georg Sonnin. Gemeinsam mit Johann Leonard Prey verantwortete er den Bau der zweiten großen Michaeliskirche und blieb auch über seinen Tod hinaus dem Michel verbunden. Seine Grabplatte kann heute noch in der Krypta besichtigt werden.
grab von Carl philipp Emanuel Bach
Hinter den Blumen auf der Grabplatte von Carl Philipp Emanuel Bach versteckt sich eine Liebesgeschichte. Es ist die Liebe der Hamburger zu ihrem CPE. Der Sohn von Johann Sebastian Bach prägte ab 1768 das Musikleben der Stadt. In der Michel-Krypta fand er 1788 seine letzte Ruhe.
Foto: Michael ZapfFür die Erinnerung
Die
Michaelitica
In der Krypta die Geschichte lebendig werden zu lassen, war das erste und grundlegende Ziel des von Georg Wiarda gegründeten „Michaelitica e.V.“. Der Verein finanzierte den Umbau und Mitglieder halfen tatkräftig, die Krypta für Gottesdienste, Ausstellungen und Veranstaltungen nutzbar zu machen. Auch heutzutage kümmern sich die Mitglieder darum, die Ausstellung aktuell und die Räumlichkeiten instandzuhalten. Außerdem setzt sich der Verein für weitere Projekte ein, die die Geschichte des Michel erlebbar machen.
Foto: Celine FischerKrypta-Konzerte
Veranstaltungsort
Die Atmosphäre der Michel-Krypta ist einzigartig, die Akustik einmalig. Auf jedem Platz klingt hier die Musik gleich klar und schön! Der Raum ist also prädestiniert für Kammermusik in all ihrer Vielfältigkeit. Einmal im Monat veranstalten wir deswegen ein Krypta-Konzert mit wechselnden Ensembles.
Nächstes Konzert:
Dienstag, 10. November 2026
Kammermusik – »My heart’s in the Highlands«
Werke von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel, Wolfgang Amadeus Mozart, Stefan Schäfer, Johann Joseph Fux und Arvo Pärt
Mehr Informationen zu Krypta-Konzerten
Zufluchtsort
Dorel Reiß verdankt dem Michel ihr Leben. Während der Bombennächte 1943 fand sie Zuflucht in der Krypta des Michel.
Hier hatte ich sofort ein Gefühl von Wärme, Liebe und Geborgenheit und fand schließlich auch meine Familie wieder. Seitdem weiß ich: Im Michel wohnt mein Schutzengel, der mir das Leben gerettet hat. Der Michel ist mein Ort des Friedens geworden.
Von Peru bis Sizilien
Eine Krippensammlung
für den Michel
Eine schaffte den Weg über die Anden, in einer anderen werden Küchengespräche neben dem Jesuskind geführt – über Kurt Rechenbergs Krippen gibt es viele Geschichten zu erzählen. Der Bayer, den es nach Hamburg verschlug, sammelt seit vielen Jahren Krippen aus der ganzen Welt und stiftete einige ausgewählte dem Michel. Seitdem können Interessierte die Krippensammlung in unserer Krypta bewundern. Von der bekannten Holzkrippe mit Gipsfiguren bis zum neapolitanischen Pendant mit Wurstwaren ist in der Sammlung alles vertreten.




















