Ein Jahr im Michel
Kirchenjahr
erklärt
Kirchliche Feiertage und Traditionen, wie wir sie am Michel feiern
Weihnachten
An Weihnachten feiert die Kirche, dass Gott selbst in Jesus Christus Mensch wird.
Niemand hat das Geheimnis dieses Festes sprachlich so großartig beschrieben wie Martin Luther in seiner Erklärung zum Apostolischen Glaubensbekenntnis: „Ich glaube, dass Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, sei mein Herr…“ so lautet der Anfang dieses Bekenntnisses.
Passionszeit
Wie aus sieben Wochen Fastenzeit 40 Tage werden
Fastentage vor Ostern lassen sich schon in der Zeit der Alten Kirche nachweisen. Gregor der Große (Papst von 590-604 n. Chr.) hat in der westlichen Kirche die bereits auf dem Ökumenischen Konzil von Nizäa (325 n. Chr.) beschlossene 40-tägige Fastenzeit ab Aschermittwoch eingeführt. Die Differenz zwischen der 40-tägigen Dauer der Fastenzeit und den mehr als vierzig Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern erklärt sich daraus, dass an den Sonntagen der Fastenzeit nicht gefastet wird. Jeder Sonntag, an dem der Auferstehung Jesu Christi gedacht wird, gilt als ein „kleines Osterfest“.
Foto: Meike Uhlenberg
Ostern
„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ (Lukasevangelium 24, 5b)
Das Osterfest gründet in der Erfahrung der Jünger Jesu, dass Jesus Christus, der am Kreuz Verstorbene, auferstanden ist, lebt und ihnen „erschien“, wie es im Neuen Testament an verschiedenen Stellen und auf ganz unterschiedliche Weise bezeugt ist.
Foto: Peter Vette
Pfingsten
In Kleinasien und Nordafrika wurde schon im 2. Jahrhundert eine fünfzigtägige österliche Freudenzeit gefeiert. Hundert Jahre später ist diese Festzeit, die Pentekoste (50. Tag) genannt wird, auch in Rom bekannt. Christi Himmelfahrt ist Teil des österlichen Geschehens, das am 50. Tag durch das Pfingstfest abgeschlossen und vollendet wird.
Foto: Michael Zapf
Michaelistag
Einer der Engel mit einem Eigennamen ist Michael. Das biblische Zeugnis beschränkt sich darauf, Michaels besondere Bedeutung hervorzuheben: Als einzelner Engel steht er mit seinem Namen gegen das Böse und den Bösen, die Gottes Allmacht über seine Schöpfung und sein erwähltes Volk in Frage stellen. Sein Name ist eine Frage: „Wer ist wie Gott?“ Er, der Engel, der diesen Namen trägt, ist die Antwort auf die Frage. Niemand soll es wagen, sich mit Gott zu messen, nicht einmal Satan.
Erntedank
Das Erntedankfest am ersten Sonntag im Oktober hat bis heute seinen volkskirchlichen Charakter behalten und ist mit reichem Brauchtum verbunden.
Foto: Miguel Ferraz
Reformationsfest
Mit den 95 Thesen gegen den Ablass, die Martin Luther als Professor und als Seelsorger verfasst hatte, begann eine breite öffentliche Wahrnehmung und Diskussion über erhebliche Missstände in der mittelalterlichen Kirche. Ob Luther die Thesen am 31. Oktober 1517, am Vorabend des in Wittenberg mit einem besonderen Ablass gefeierten Allerheiligenfestes, tatsächlich an das Portal der dortigen Schlosskirche genagelt hat oder ob er sie auf dem Dienstweg an seinen Bischof Albrecht und andere Theologen geschickt hat, ist bis heute umstritten und wird sich auch nicht eindeutig klären lassen. Der Thesenanschlag ist auf jeden Fall eine schöne Legende und ein mächtiges Symbol.
Foto: Michael Zapf
Martinstag
Der Martinstag hat auch in der evangelische Kirche Tradition. Es wird der Hilfsbereitschaft des frühchristlichen Bischofs Martin gedacht, aber mit Laternenumzügen auch des Geburtstages Martin Luthers.
Foto: Stephan Wallocha
Ewigkeitssonntag
Dieser letzte Sonntag des Kirchenjahres ist in der evangelischen Kirche der Gedenktag an die Verstorbenen.
St. Nikolaus
Nikolaus ist bis heute und selbst unter evangelischen Christen einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen. Er wird schon seit langer Zeit mit dem heiligen Bischof Nikolaus von Myra in Kleinasien identifiziert, der im 4. Jahrhundert gelebt und sich als Wohltäter für Arme und insbesondere für Kinder ausgezeichnet haben soll. Legenden über den hl. Nikolaus gibt es viele, historisch gesichert hingegen ist nur wenig.


